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Said Nursi
»Der Mann der Epoche« 
 
Kurzbiographie

 

       

Said Nursi

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Said Nursi
»Der Mann der Epoche« 
Eine Kurzbiographie

 

Eine Predigt ....

 

  Aufenthalt in Damaskus
  Die berühmte Predigt Said Nursi's in der Omayaden-Moschee

Im Winter 1911 ging Said Nursi nach Damaskus. In seiner später berühmt gewordenen Predigt in der dortigen Omayaden-Moschee, die er auf Bitten hochrangiger Gelehrter hielt, wies er auf den desolaten Zustand der muslimischen Gemeinschaft hin, der gekennzeichnet sei

  • durch die Verbreitung einer Hoffnungslosigkeit, eines Pessimismus’,
  • durch ein Abgleiten der Aufrichtigkeit im politischen Leben
  • dem Gefallen an Feindseligkeiten
  • dem Verkennen des Verbindenden unter den Gläubigen
  • durch die wie eine Seuche ausgebreitete Tyrannei und Unterdrückung.

Des weiteren erklärt er:

»Die Menschheit ist durch die zivilisatorisch hervorgebrachten Wissenschaften aufgewacht und sich über die Umstände ihrer Existenz bewusst geworden. Sicherlich kann sie weder sinn- und zwecklos noch religionslos sein und leben. Sogar ein hartnäckiger Atheist muss sich auf die Religion besinnen, weil er wegen der Schwäche der Menschheit, den unzähligen Unglücken, wegen seinen äußeren und inneren Feinden, die ihn verletzen, eine Stütze und wegen seiner Armut zusammen mit seinen bis in die Unendlichkeit gehenden Wünsche eine Hilfsstelle braucht.

Allein in der Anerkennung des Schöpfers, in dem Glauben an das Jenseits hat die aufgewachte Menschheit die Wahl. In den koranischen Versen wird am Anfang und am Ende der Verstand angesprochen, indem der Mensch aufgefordert wird: ‘Frage deinen Verstand, deine Gedanken, dein Herz. Berate mit ihnen, damit sie diese Wahrheit erkennen.’

Doch trotz der wiederholten Aussagen: ‘Warum schauen sie nicht? Warum ziehen sie keine Lehren? Schauet, damit ihr die Wahrheit wisset.’ verfällt die Menschheit in Unkenntnis.

Warum verstehen sie nicht? Warum befinden sie sich im Irrtum? Warum sind sie vor der Wahrheit erblindet? Wenn sich der Mensch in seinem Lebensabendteuer Gedanken über diese Ereigniswelt machen würde, würde er den rechten Weg finden.

Oh ihr Menschen, zieht Lehren von den vergangenen Epochen, damit ihr euch vor künftigen Unglücken schützt. Die Koranverse in diesem Sinne fordern die Menschen auf, in ihren Ideen und Gedanken den Verstand zu Rate zu ziehen.

Die wiederholte Erwähnung der Wunder der Propheten im Koran gibt einen Hinweis auf die Entwicklung der Menschheit und spornt die Menschheit an, ähnliches wie in den Wundern beschrieben hervorzubringen.

Zum Beispiel wie Salomon den Weg von zwei Monaten an einem Tag zurücklegen, oder wie Jesus die schrecklichsten Krankheiten heilen, oder wie Mose mit seinem Stab aus der Erde Wasser hervorquellen lassen, wie David dem Eisen alle möglichen Gestalten und Formen geben, oder wie Abraham hitze- und feuerbeständiges Material erfinden, und wie andere Propheten weit entfernte Bilder sehen und Stimmen hören.

Die Zukunft wird der Wissenschaft, der Vernunft und der Technik gehören. Sicherlich werden die koranischen Weisheiten, da sie auf den Argumenten der Vernunft beruhen zur Geltung kommen. .....«

In seinen Schlussworten führt Bediuzzaman aus:

»Das Zerbrechen der fanatischen, hartnäckigen Aggressionen der Gegner geschah in der Vergangenheit der Entwicklung des Islam durch Abwehr mit Waffen und Schwertern. In Zukunft werden die Widersacher durch die geistigen Waffen der wahren Zivilisation, der materiellen Entwicklung (Wissenschaft), des Rechts und der Gerechtigkeit unterliegen.
Nach jedem Winter gibt es einen Frühling. Nach jeder Nacht folgt ein Morgen. Die Menschheit wird auch einen Morgen und einen Frühling haben und unter der Sonne der Wahrheit des Islam im Weltfrieden wahre Zivilisation von Gottes Barmherzigkeit erwarten.

Die Muslime müssen standhaft bleiben. So Gott will, werden sie sich wieder von diesem Pessimismus befreien und in Einigkeit und Solidarität für ein besseres Bild des Islam sorgen. ....

Es lebe die Aufrichtigkeit.
Tod dem Pessimismus.
Die Liebe möge anhalten und das solidarische Einvernehmen (Schura) sich stärken.
Die Abneigung soll dem Egoismus (Nefs) und den Egoisten gelten. ....

Amin.«

 

Als Vertreter der östlichen Provinzen geleitete Said Nursi bald nach seiner Rückkehr aus Damaskus Sultan Resad auf einer Balkanreise, im Verlauf derer er ihn für den Bau einer Universität in der Osttürkei gewinnen konnte. Unglücklicherweise verhinderte der Ausbruch des 1. Weltkrieges die Realisierung des Baus. Als die Balkankriege anfingen, nahm Said Nursi 1912 als Kommandant der östlichen Kräfte aktiv teil.

 

»Der Mann der Epoche«

.... und ein Interview

Nach der Befreiung Edirnes wurde Said Nursi von westlichen Journalisten, die ihn aufgrund seines weiten Ansehens als geistig-religiöser Führer aufsuchten, um folgendes Interview gebeten.

Frage: Sie sind ein religiöser Gelehrter und Sie führen Krieg. Zwingt euch zur Teilnahme am Krieg, die Tatsache weil eure Gegner Christen sind?

Antwort: Nein! Islam heißt Frieden, Sicherheit, Gebet. Wenn wir die Angehörigkeit zu einer anderen Religion als Grund sähen, hätten wir den Christen und Juden, die in unseren Städten leben, kein Lebensrecht gegeben. Der Fragesteller möge nicht außer Acht lassen, diejenigen, die uns heute angreifen, waren 500 Jahre unser Volk. Falls sie heute leben, verdanken sie das einzig allein der Tatsache, dass wir Muslime sind. Wir kämpfen ausschließlich für die Rechte und Freiheit der Muslime und unserer Heimat.

Frage: Was für eine Kraft hat Sie hergebracht?

Antwort: In unserer Religion gilt das Prinzip der Bruderschaft.

Frage: Der Staat, in dem Sie leben, ist ein türkischer Staat. Aber Sie sagen Sie kämpfen für den Islam.

Antwort: Unseren Staat haben die Türken gegründet und ihn nach dem Islam geordnet. Türken haben im Staatsleben andere Nationalitäten niemals außer Acht gelassen und sie nach ihren Fähigkeiten am Staat beteiligt. Und jeder weiß, dieser von Türken gegründete Staat vertritt die islamische Welt. Die Zerstörung dieses Staates wäre nicht nur für die islamische Welt, sondern auch für die Unterdrückten eine Katastrophe.

 
 
 
Oh Muhammed, Wir haben diesen Koran geoffenbart, damit man über seine Verse nachsinnt und diejenigen mit Verstand sie als Rat annehmen.
 
Koran
Sure 38,29
 
     
     
     

 

 
Die Juden sagen: "Es werden nur die Juden ins Paradies eingehen."
Die Christen sagen: "In das Paradies werden nur die Christen eingehen."
Das ist ihre Einbildung.
Sag:
Bringt her euren Beweis, so ihr die Wahrheit sagt.
Nein, wer sich aufrichtig Gott hingibt und dabei rechtschaffen ist, der hat seinen Lohn bei Gott. Diese haben nichts zu befürchten und sie werden nicht traurig sein.
 
   
Koran
Sure 2, 111-112
 
     
   

Frage: Warum benutzt Ihr den Namen Said’i Kurdi? Beweisen Sie damit nicht, dass sie einem anderen Volk angehören?

Antwort: Ich bin kein Anhänger des Nationalismus. Niemand ist frei in der Wahl seines Volkes. Die Nationalität ist nur ein Hinweis auf den Herkunfts- und Geburtsort. Wenn ich diesen Staat unterstütze, bedingt das nicht die gleiche Herkunft, sondern den Umstand, dass ich Moslem bin und dieser Staat ein islamischer Staat ist. Der Name Said’i Kurdi bekundet lediglich die Angehörigkeit zu meinem Geburtsort. Wenn ihr neugierig seid auf die Herkunft der Kurden, dann lest das Buch des Historikers Idris-i Bitlisi.

Frage: Was sagt Ihr zu dem Elend in den vom Islam beherrschten Ländern?

Antwort: Die Fehler der Muslime dem Islam anlasten ist eine primitive Denkweise. Diese Länder machen eine Krise durch und so Gott will, werden sie diese auch überstehen. Wenn wir auch wie die westlichen Staaten die wertvollen Güter der Länder, in denen wir geherrscht haben, ins eigene Land geschafft hätten, wäre unser Reichtum unermesslich. Da unsere Religion sich auf Gerechtigkeit und Barmherzigkeit stützt, verbietet sie uns, unsere Macht zu missbrauchen. Man dürfe nicht vergessen in der Zeit von Fatih, Yavuz, Kanuni und davor der Seldschuken und Karahans konnte keine Nation sich mit unserer Macht messen. Wenn der Islam ein Hindernis wäre, wie hätten wir diese Macht erlangen können. Wenn das Christentum für die Entfaltung genügt hätte, wie Ihr meint, müsste der erste christliche Staat Äthiopien der fortschrittlichste sein. Und außerdem ist Europa nicht erst seit gestern christlich, sondern schon seit ca. 2000 Jahren. Wenn seine Macht aus der Religion käme, warum hatte es sie vorher nicht.

Weder die Fortschrittlichkeit der westlichen Welt, noch die Rückständigkeit der islamischen Länder rührt von Religion. Die westliche Welt hat die Überlegenheit über die islamische Welt seit zirka 150 Jahren. Die Gründe für diese Entwicklung müssen woanders gesucht werden.

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18.09.04
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